Kostenlose Wettprognosen 2026: Wie sie entstehen, was sie wert sind und wo sie legal gelten

Ein Fussballplatz im Morgennebel, im Mittelkreis liegt ein einzelner Ball und der Rasen glänzt vom Tau.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungsregister von Gespa sowie die Spielregeln und Teilnahmebedingungen Sporttip (Version 4.2) und das Règlement Jouez Sport (17. Auflage, September 2024).

Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Wer eine kostenlose Wettprognose sucht, bekommt im Internet ein Überangebot. Tippseiten, Social-Media-Kanäle, ganze Telegram-Gruppen liefern täglich Vorhersagen zu Bundesliga, Champions League, Weltmeisterschaft und Europameisterschaft. Was sie verschweigen: Eine Prognose ist kein Tipp, sie ist eine Schätzung einer Wahrscheinlichkeit. Erst der Abstand dieser Schätzung zur tatsächlichen Quote entscheidet, ob ein Einsatz einen Wert hat. Wer das vergisst, bezahlt die Marge des Anbieters, ohne sie zu sehen.

Die Schweiz ist für Wettprognosen ein Sondermarkt. Eine Wette auf eine Prognose ist hier nur bei zwei Veranstaltern erlaubt, die je eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) besitzen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jede Veranstalterin bedient ihr eigenes Vertragsgebiet, und eine Online-Registrierung ist nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Eine Prognose ohne Wette bleibt frei, die Wette selbst ist es nicht.

Verlustlimiten und Spielsperre: Was eine Prognose nicht ersetzt

Eine Wettprognose senkt das Risiko nicht. Sie verteilt es um: Wer statt einer eigenen Einschätzung eine fremde Vorhersage übernimmt, hat die Hoheit über Einsatz, Markt und Timing abgegeben, nicht das Verlustrisiko.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einer Brille, hinter dem Fenster laufen Regentropfen über das Glas.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

In der Schweiz setzt nicht der Staat ein Verlustlimit, sondern jede spielende Person für sich selbst. Vor der ersten Online-Teilnahme verlangt Sporttip, dass Tages-, Wochen- und Monatslimiten für Verluste gesetzt werden. Die Obergrenze pro Tag liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren zusätzlich gedeckelt auf CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was eine spontane Verdoppelung des täglichen Limits verhindert. Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage, die unabhängig von der Verlustlimite gilt.

Jouez Sport folgt demselben Prinzip über die Statuten der Loterie Romande, mit abweichenden Höchstwerten, die im Règlement stehen.

Wer sich selbst ausschliessen will, findet bei Swisslos eine produktbezogene Spielsperre von einem Tag bis 180 Tagen. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für alle Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Für die Aufhebung einer freiwilligen Sperre schreibt das Gesetz eine Frist von drei Monaten vor; eine Fachstelle wird einbezogen. Die Spielsperre ist kein Marketinginstrument; sie ist die einzige verlässliche Bremse, die im Markt funktioniert.

Eine Prognose ändert daran nichts. Wer das eigene Verhalten nicht selbst steuert, übernimmt mit dem Tipp zugleich das Risiko, gegen jede fremde Einschätzung weiterzuspielen, sobald sie verliert. Die Limiten, die Spielsperre und ein festes Monatsbudget sind die einzigen Schutzlinien, die unabhängig von der Trefferquote einer Quelle bestehen bleiben.

Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können. In 47,5 % der Fälle ist der Test gelungen. Wer auf den Jugendschutz am Schalter vertraut, liegt damit falsch; die eigene Vorbereitung im Spielkonto und am Display ist die wirksamere Kontrolle.

Wie eine Wettprognose entsteht, und warum sie trotzdem trügen kann

Eine seriöse Prognose kombiniert vier Bausteine: aktuelle Form, Heimvorteil, statistische Vergleiche und die angebotene Quote. Form heisst dabei nicht nur das letzte Ergebnis, sondern die Art, wie es zustande kam, gegen wen, mit welchem Personal. Heimvorteil ist im Fussball messbar, in einer konkreten Liga und Spielzeit aber nicht konstant. Statistiken aus mehreren Saisons glätten Ausreisser, fallen aber auf eine einzelne Begegnung angewendet rasch in genau das Zufallsmuster zurück, das sie glätten wollten.

Die vier Bausteine führen zu einer Wahrscheinlichkeitsschätzung. Liegt diese Schätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote, hat die Wette einen Wert (Value). Liegt sie darunter, zahlt der Einsatz die Marge des Veranstalters. Was im Internet als «Tipps» verkauft wird, ist selten eine Schätzung, oft eine Tendenz «Heimsieg», «Auswärtssieg», «über 2,5 Tore». Solche Tendenzen sind brauchbar als Erinnerung an Begegnungen, nicht als Bewertung von Quoten.

Warum kostenlose Prognosen trotzdem trügen:

Form, Heimvorteil, Statistik, Quote im Detail

Formkurven werden über fünf bis zehn Spiele gebildet, wobei Auswärts- und Heimspiele getrennt betrachtet werden. Ein Team mit drei Heimsiegen in Folge ist in der Regel stärker einzuschätzen als eines mit vier Auswärtsniederlagen in Folge, auch wenn die reine Bilanz ähnlich aussieht. Verletzungen und Sperren verändern die Form, was eine Momentaufnahme verfälscht, die älter als eine Woche ist.

Der Heimvorteil im Fussball beträgt in grossen Ligen je nach Studie zwischen 0,2 und 0,4 Tore pro Spiel. In Turnieren wie einer Weltmeisterschaft kann er sinken, weil Reise und ungewohnte Plätze den Heimvorteil neutralisieren. Eine globale Konstante ist er nicht.

Statistiken brauchen Bezug. Eine 70-Prozent-Heimquote über eine Saison ist ein Indikator, aber sie streut je nach Stärke des Spielprogramms. Wer ein Team konstant gegen Top-Sechs-Gegner sieht und eines konstant gegen die untere Tabellenhälfte, kann deren Heimquote nicht gleichsetzen.

Die Quote schliesslich ist der Preis, den der Veranstalter für eine implizite Wahrscheinlichkeit zahlt. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 % impliziter Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 1.50 entspricht rund 66,7 %, jeweils vor Marge. Liegt die eigene Schätzung 5 Prozentpunkte über der impliziten Wahrscheinlichkeit, ist die Wette langfristig profitabel; liegt sie 5 Punkte darunter, ist sie langfristig ein Verlust.

Warum Turnierprognosen schwächer sind als Ligaprognosen

Klubwettbewerbe liefern 30 bis 40 Spiele pro Saison, oft zwei pro Woche, mit konstanten Mannschaften. Das liefert genug Daten, um Formkurven zu glätten. Eine Weltmeisterschaft 2026 hat pro Mannschaft drei bis sieben Spiele; eine Europameisterschaft 2028 steht vor demselben Problem. Eine K.-o.-Runde mit einmaligem Ausscheiden produziert einen Sieger, der nicht zwingend der wahrscheinlichste Sieger war. Prognosen für solche Turniere sind höchstens als Tendenz lesbar, nicht als Value-Schätzung.

Eine Folge davon: wer auf einzelne Spiele grosser Turniere wettet, bewegt sich auf einer Datenbasis, die für die Frage zu klein ist. Wer auf Ligaspiele wettet, hat genug Material, um Form vom Zufall zu trennen. Das ist der Grund, warum Wettprofis ihre Stichproben in Ligen mit vielen Datenpunkten aufbauen und Turniere meiden.

Die zehn kostenlosen Prognosequellen im Vergleich

Die folgende Gegenüberstellung ordnet zwei in der Schweiz bewilligte Veranstalter und acht ausländische Plattformen einheitlich nach drei Kriterien: Methode, Nachvollziehbarkeit und Trefferquote über lange Zeiträume. Bewilligungsstatus und Veranstalterin sind aus den Gespa- und BGS-Angaben übernommen.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin oder ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande
HornetBet keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
myBet keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Betovo keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
BassBet keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
GG.BET keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
BetLabel keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Jackbit keine Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen

Die Verteilung fällt eindeutig aus. Eine ausgewiesene Schweizer Bewilligung tragen genau zwei Anbieter, und beide sind keine Wettanbieter im üblichen Sinn, sondern die beiden bewilligten Veranstalterinnen von Sportwetten als Grossspiel nach BGS. Die übrigen acht Plattformen führen in der Schweiz keine bewilligte Sportwette durch; eine ausgewiesene Lizenz für ihre Geschäftstätigkeit fehlt im Register der Gespa und ist in den vorliegenden Selbstangaben der Marken nicht erkennbar. Für Swiss-Spieler bedeutet das: Sie können sich bei diesen acht Anbietern zwar ein Konto anlegen und eine Wette platzieren, die Wette ist aber nicht durch das BGS und die Spielbankenaufsicht geschützt. Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, ein Spielsperre-Eintrag greift dort nicht, und die Gespa-Sperrliste kann die Domain per DNS blockieren.

Was die Bewilligung mit der Prognose zu tun hat

Eine Prognose lässt sich überall lesen, kostenlos, anmeldefrei, ohne Bewilligung. Was eine Bewilligung ändert, ist das Drumherum: die Quelle, an die sich eine Person bei Streit wendet, der Mechanismus, der eine Spielsperre durchsetzt, und die Pflicht des Veranstalters, Spielende mit eigenen Limitarbeit auszustatten. Wer seine Prognose bei einem nicht bewilligten Anbieter verspielt, hat gegenüber dem Anbieter die Rechte, die das Recht des Anbieterlands hergibt; gegenüber dem Schweizer Recht bleibt die Wette ein nicht erlaubtes Spiel.

HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung, Plattform für Krypto-Spieler

HornetBet bedient eine Nische, die Schweizer Behörden nicht abdecken: Wetten mit Kryptowährungen auf eine breite Palette von Sportarten und E-Sports. Eine Schweizer Bewilligung hat die Plattform nicht; ihre Lizenzangaben sind im Gespa-Register nicht auffindbar. Wer dort ein Konto eröffnet, verlässt den Schutz des BGS. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, Schweizer Internetprovider sperren den Zugang dann per DNS.

myBet: ohne Schweizer Bewilligung, klassische Aufstellung

myBet positioniert sich als klassischer Anbieter für Fussball, Tennis und Live-Wetten. Schweizer Behörden erkennen die Marke nicht als bewilligten Veranstalter; eine ausgewiesene Lizenz fehlt im Register. Für eine Schweizer Person bleibt nur die Frage, ob der Zugang zum Anbieter funktioniert, nicht ob die Wette geschützt ist.

Betovo: ohne Schweizer Bewilligung, Fussball-Schwerpunkt

Betovo ist im Marketing auf europäischen Fussball und wenige US-Sportarten ausgerichtet. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt der Schutzrahmen; im Streitfall gilt das Recht der ausländischen Lizenz, falls eine solche überhaupt besteht.

BassBet: ohne Schweizer Bewilligung, eigenes Sportwetten-Produkt

BassBet wirbt mit eigenen Quotenformaten und Bonusstrukturen, die in der Schweiz so nicht zulässig sind, weil Werbung für nicht erlaubte Geldspiele nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten ist und mit Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS bestraft werden kann. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor.

GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung, E-Sports im Vordergrund

GG.BET gehört zu den Plattformen, die ihren Schwerpunkt auf E-Sports legen. E-Sports-Turniere sind im Schweizer Bewilligungsregime ein Sonderfall: Sie sind nicht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version vom 10.09.2026) aufgeführt, und für Wetten auf E-Sports gibt es in der Schweiz keine bewilligte Plattform. Wer bei GG.BET auf E-Sports wettet, wettet auf einen Markt, den die Schweiz weder zulässt noch verbietet; die Wette ist im Schweizer Recht unbeaufsichtigt.

FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung, Krypto-Fokus

FortuneJack ist eine hybride Plattform aus Casino und Sportwetten, die ursprünglich als Bitcoin-Casino gestartet ist. Schweizer Behörden erkennen weder Casino noch Sportwetten dort als bewilligt. Wer einzahlt, nimmt das Risiko fehlender Sperre und fehlender Auszahlungsgarantie im Schweizer Recht in Kauf.

BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung, breites Wettprogramm

BetLabel wirbt mit einem der breitesten Wettprogramme am Markt, inklusive asiatischer Handicaps und zahlreicher Spezialmärkte. Genau diese Breite ist in der Schweiz nicht bewilligt: Die Gespa-Liste der zulässigen Sportarten und Wettarten ist geschlossen. Was bei BetLabel verfügbar ist, lässt sich in der Schweiz legal nicht abbilden.

Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung, Krypto und Casino

Jackbit verbindet ein Krypto-Casino mit Sportwetten. Aus Schweizer Sicht fehlt jede Bewilligung; eine Trefferquote der eigenen Prognose-Tipps lässt sich nicht gegen ein bewilligtes Verfahren prüfen.

Was eine Prognose zur Prognose macht: die Marge

Jede Wettquote trägt eine Marge des Veranstalters. Sie ist der Anteil am Einsatz, den der Veranstalter im Schnitt behält, unabhängig vom Ausgang. Wer das nicht berücksichtigt, schätzt Werte, die es nicht gibt.

Das Prinzip lässt sich an einem ausgewählten Zwei-Wege-Markt zeigen. Angenommen, für ein Spiel mit nur zwei möglichen Ausgängen stehen beide Quoten bei 1.90. Dann beträgt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 %. Die Marge ist die Differenz zu 100 %, in diesem Fall rund 5 % des gesamten Einsatzes pro Markt. Über eine Saison mit tausend Wetten auf vergleichbare Märkte verliert eine Person, die ohne eigenen Value-Prozess wettet, etwa fünf Rappen pro eingesetzten Franken allein an die Marge.

Die Spannweite ist real: Für eine Quote von 1.91 / 1.91 sinkt die Marge unter 5 % (rund 4,7 %), für 1.85 / 1.85 steigt sie über 8 % (rund 8,1 %). Der Unterschied zwischen einer fairen und einer überteuerten Wette liegt damit nicht in der Trefferquote, sondern in der Grösse der Marge. Schweizer Bewilligungsinhaber wie Swisslos und Loterie Romande veröffentlichen ihre Margen nicht als Kennzahl; beobachten lässt sie nur, wer mehrere Wetten mit unterschiedlichen Quoten auf demselben Markt vergleicht. Bei Livewetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, wertet Sporttip die Wette mit Quote 1.00, was einer vollständigen Marge entspricht und den Einsatz als verloren ausweist. Diese Quoten sind keine Ungenauigkeit, sondern Mechanik: Wer zu spät klickt, hat die Wette verwettet, nicht gewonnen.

Wer Value sucht, braucht drei Dinge: eine eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung, die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote und die Marge des Marktes. Liegt die Schätzung klar über der impliziten Wahrscheinlichkeit minus Marge, ist die Wette langfristig profitabel. Liegt sie darunter, ist sie ein Geschenk an den Veranstalter. Eine Prognose, die nur «Heimsieg» sagt, ohne diese Rechnung, ist nicht falsch, aber sie ist kein Wert.

Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, geschlossene Märkte

Die Schweiz kennt im Bereich Sportwetten keinen Markt mit Wettbewerb. Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) und die darauf gestützte Verordnung (VGS) übertragen die Bewilligung für Grossspiele zwei interkantonalen Organisationen: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, Loterie Romande für die Westschweiz (Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura). Wer eine Sportwette anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel nach Art. 21-25 BGS, und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren geben darf.

Ein Wanderweg führt über eine Alpwiese zu einem Holzchalet, dahinter ragen verschneite Gipfel in den Himmel.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat vom 1. Januar 2021. Die ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) beaufsichtigt nur Spielbanken. Die Gespa führt keine Liste bewilligter Veranstalter; sie veröffentlicht die Sperrliste der Domains, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren müssen.

Was beworbene Ausnahmen nicht decken

Manche Anbieter werben mit einer Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen EU- oder Karibikstaat. Solche Lizenzen haben in der Schweiz keine Wirkung. Wer dort wettet, wettet aus Schweizer Sicht bei einem nicht bewilligten Anbieter. Wer dort eine Plattform betreibt, kann in der Schweiz nach Art. 130 BGS strafrechtlich verfolgt werden: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für die einfache Organisation, bis zu fünf Jahre für die gewerbsmässige. Die Spielenden selbst werden in der Praxis nicht bestraft, aber Gewinne können im Verfahren gegen die Plattform eingezogen werden.

Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten. Die Busse reicht bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS. Werbung umfasst bereits die blosse Verlinkung oder die Bewerbung eines Bonus, sofern sich die Werbung an ein Schweizer Publikum richtet.

Wer mitmachen darf: Zugang und Registrierung

Wer bei Swisslos online spielen will, muss volljährig sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet haben. Eine Person kann sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen Ausweis verifiziert; die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer im Register der Spielsperren steht, wird abgewiesen. Dasselbe Prinzip gilt für Jouez Sport.

Diese Registrierungspflicht ist keine Schikane. Sie schafft die Grundlage dafür, dass die Spielsperre technisch funktioniert, dass Auszahlungen nur auf ein Konto im eigenen Namen erfolgen und dass ein Spielsperre-Eintrag gegen ein neues Konto derselben Person greift.

Welche Wetten erlaubt sind

Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version vom 10.09.2026) ist abschliessend. Was nicht drauf steht, ist nicht erlaubt. Dazu gehören Eckballwetten, Kartenwetten, E-Sports und virtuelle Sportarten. Qualifikationsrunden sind nur bewilligt, wenn sie in der Liste stehen; Frauenwettbewerbe sind bewilligt, soweit sie in der Liste auftauchen. Rangwetten sind nur erlaubt, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nie bewilligt.

Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Zulassung verfügt; das BGS kennt keine generelle Sperre einzelner Märkte im Livebereich.

Steuern: Freibetrag, Verrechnungssteuer und kantonale Praxis

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund hat die Schwelle per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 angehoben (2025: CHF 1’070’400). Wer unter diesem Wert bleibt, zahlt auf Bundesebene keine Einkommenssteuer auf den Wettgewinn und keine Verrechnungssteuer; darüber hinaus werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können.

Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich von Bundeswert und voneinander. Wer über die Frage nachdenkt, ob ein konkreter Gewinn zu versteuern ist, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung. Eine allgemeine Aussage, die für alle Kantone gilt, gibt es nicht.

Gewinne aus ausländischen Plattformen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber der Kanton Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen. Andere Kantone ziehen nach. Wer für sich klären will, ob das zutrifft, prüft die kantonale Praxis; eine einheitliche Schweizer Regelung existiert nicht.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer behauptet, der Einsatz werde besteuert, beschreibt ein anderes Land.

Werbebeschränkungen, die für Spielerinnen und Spieler kaum sichtbar sind

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Es gibt keine generelle tageszeitliche Werbegrenze. Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa nach Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 hat die Gespa der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solcher Zustimmungen erteilt. Bonusbeträge und Bedingungen stehen ausschliesslich in den jeweiligen Veranstalterbedingungen. Promo-Codes werden auf dieser Seite nicht abgedruckt; sie gehören in die Spielregeln der Anbieter, nicht in eine unabhängige Bewertung.

Was es bedeutet, in der Schweiz auf eine Prognose zu setzen

Eine Wette ist eine Vereinbarung: Risiko gegen Chance, vereinbart über eine Quote. Die Quote bündelt die Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Veranstalters und seine Marge. Wer die Marge nicht kennt, sieht nur die Chance, nicht den Preis. Wer die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung nicht kennt, sieht nur den Preis.

Bei Sporttip und Jouez Sport lässt sich die Marge nicht öffentlich ablesen; sie steckt in jeder einzelnen Quote. Wer Quoten vergleicht, vergleicht implizite Wahrscheinlichkeiten. Eine typische Buchmacherquote im Europäischen Fussball liegt zwischen 1.85 und 1.95 für ein ausgeglichenes Spiel, was einer Marge zwischen 5 % und 8 % entspricht; eine Quote von 1.97 / 1.97 für ein faires 50/50-Spiel würde nur dann funktionieren, wenn die Marge unter 3 % läge. Diese Grössenordnung ist auf dem bewilligten Schweizer Markt selten. Livewetten bei Sporttip tragen das zusätzliche Risiko, dass Wetten nach dem Eintreffen des Ausgangs mit Quote 1.00 gewertet werden.

Wer das ernst nimmt, geht drei Schritte. Erstens: monatliches Budget festlegen und als Verlustlimite setzen, allenfalls mit einer zweiten Stufe über die freiwillige Einzahlungslimite. Zweitens: nur Wetten mit dokumentierter Marge spielen und nur Märkte, deren Auszahlungsquote klar über 95 % liegt. Drittens: nicht auf einzelne Spielerinnen oder Spieler setzen, sondern auf Märkte mit hoher Datenbasis.

Was eine kostenlose Prognose leistet: Sie kann an ein Spiel erinnern und eine Tendenz benennen. Was sie nicht leistet: Sie kann eine eigene Schätzung nicht ersetzen, eine Marge nicht ausgleichen und ein Verlustrisiko nicht aufheben. Wer das verstanden hat, ist mit jeder kostenlosen Prognose besser bedient als mit jeder, die den Wert einer Wette verspricht, ohne ihn zu nennen.

Swisslos Sporttip: der Schweizer Standard mit eigenen Regeln

Sporttip ist das Produkt, über das Swisslos Sportwetten anbietet, gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Der Sitz der Genossenschaft ist Basel; die Aufsicht führt die Gespa. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann sich online registrieren und spielen; das Vertragsgebiet umfasst die 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Mindesteinsatz pro Wette: CHF 1. Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette: CHF 1’000, pro Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Begründung anpassen; ein Einsatz oberhalb der Limite wird nicht angenommen. Werbung für das Produkt darf nicht in unsachlicher Weise erfolgen; einzelne Werbeformate werden von der Gespa vorab geprüft.

Kombiboost: nur online, Prematch, Live und Systemwetten, mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50. Bonus auf den Nettogewinn: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Quoten- und Profitboosts sind nur online für Prematch-Einzelwetten erlaubt und pro Person nur einmal nutzbar.

Cash-Out: nur als vollständiges Cash-Out, online für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Der Betrag ist tiefer als der potenzielle Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist, gibt Swisslos nicht.

Livewetten: Eine Wette zählt mit Quote 1.00, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wird. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer zu spät klickt, verliert die Wette nicht aus Pech, sondern aus Mechanik.

Werthaltig ist Sporttip für Spielende, die das Vertragsgebiet nutzen dürfen, ein festes Monatsbudget setzen, das gesamte Spielprogramm online abrufen und Online-Dienste wie PostFinance Pay verwenden wollen. Weniger geeignet ist Sporttip für Spielende mit Bedarf an asiatischen Handicaps, Eckballwetten, E-Sports oder virtuellen Sportarten; diese Märkte sind in der Schweiz nicht bewilligt. Wer aus Westschweiz kommt, ist bei Swisslos nicht registrierungsfähig; die Online-Teilnahme setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus.

Loterie Romande Jouez Sport: das Pendant für die Romandie

Jouez Sport ist das Pendant für die sechs Westschweizer Kantone. Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne zählt nach eigenen Angaben 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende. Eine Online-Registrierung ist nur mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich (FR, GE, JU, NE, VD, VS).

Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette: CHF 300’000. Für alle Gewinne eines Multiples zusammen: CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Einzelquote einer Wette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Diese Bandbreite ist praktisch, weil sie eine kleine Mindestquote setzt und gleichzeitig eine Obergrenze gegen Eingabefehler.

Geeignet ist Jouez Sport für Westschweizer Spielende mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, die das kleinere, dafür geschlossene Wettprogramm schätzen und vor Ort in einer der vielen Verkaufsstellen spielen wollen. Weniger geeignet ist die Plattform für Spielende, die eine breite Auswahl an Spezialmärkten suchen, die internationaler ausgerichtet sind.

Ausländische Anbieter ohne Bewilligung: HornetBet, myBet, Betovo, BassBet, GG.BET, FortuneJack, BetLabel, Jackbit

Diese acht Plattformen haben keine Schweizer Bewilligung und sind in der Gespa-Sperrliste potenziell blockierbar. Die Regeln, die im BGS stehen, schützen sie nicht: keine Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Auszahlungsgarantie auf ein Konto im eigenen Namen, keine Schweizer Streitbeilegung. Eine ausländische Lizenz, falls vorhanden, gilt im Sitzstaat des Anbieters, nicht in der Schweiz.

Für Spielerinnen und Spieler sind diese Plattformen vor allem dann interessant, wenn die Schweizer Bewilligungspflicht zu eng wird. Märkte, die in der Schweiz nicht zugelassen sind (Eckbälle, Karten, E-Sports, viele asiatische Handicaps), werden hier in der Regel angeboten. Dieses Plus wird mit drei Minuspunkten erkauft: keine Spielsperre, die technisch greift; keine Schweizer Aufsicht, die im Streit vermittelt; ein erhöhtes Risiko, dass eine Domain per DNS-Sperre plötzlich nicht mehr erreichbar ist.

Wer eine dieser Plattformen nutzt, sollte sich bei der Auszahlung auf eine Schweizer Bankverbindung beschränken, Auszahlungen genau dokumentieren und im Steuerverfahren die kantonale Praxis für ausländische Grossspiele-Gewinne kennen. Ein Verlust bei einer nicht bewilligten Plattform ist im Schweizer Recht nicht erstattungsfähig, auch wenn die Plattform insolvent wird. Das ist der Preis für den Marktzugang ausserhalb des BGS.

Häufige Fragen zu kostenlosen Wettprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?

Eine Prognose kombiniert aktuelle Form, Heimvorteil, statistische Vergleiche über mehrere Saisons und die angebotene Quote. Die Form wird über fünf bis zehn Spiele gebildet, Heim- und Auswärtsspiele getrennt. Heimvorteil ist im Fussball messbar, aber je nach Liga und Spielzeit unterschiedlich stark. Statistiken brauchen einen Bezug, sonst vergleichen sie Unvergleichbares. Erst die Differenz zwischen eigener Wahrscheinlichkeitsschätzung und impliziter Wahrscheinlichkeit der Quote entscheidet, ob ein Einsatz einen Wert hat.

Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?

Eine Prognose ist eine Schätzung, keine Vorhersage. Sie trägt einen Zufallsanteil, der sich über kurze Strecken kaum vom Können trennen lässt. Erst über mehrere hundert Wetten wird sichtbar, ob eine Quelle systematisch über oder unter ihrer Trefferquote liegt. Wer weniger als hundert Wetten aus einer Quelle auswertet, sieht Glück oder Pech, nicht Methode. Auch eine Trefferquote über 50 % ist bei Quoten um 1.90 ein Verlust, sobald die Marge eingerechnet wird.

Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?

Die Quote übersetzt die Einschätzung des Veranstalters in eine implizite Wahrscheinlichkeit: 1.50 entspricht rund 66,7 %, 2.00 entspricht 50 %, 1.90 entspricht rund 52,6 %, jeweils vor Marge. Liegt die eigene Schätzung klar über der impliziten Wahrscheinlichkeit, hat die Wette einen Wert. Liegt sie darunter, kostet sie auf Dauer Geld. Eine Prognose ohne Bezug zur Quote ist deshalb unvollständig; sie sagt, was passieren könnte, aber nicht, ob die Wette diesen Preis wert ist.

Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?

Die Marge ist der Anteil am Einsatz, den der Veranstalter im Schnitt behält. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1.90 / 1.90 beträgt sie rund 5 % des Einsatzes. Bei Livewetten, die nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert werden, wertet Sporttip die Wette mit Quote 1.00, was einer vollständigen Marge entspricht. Wer ohne Kenntnis der Marge prognostiziert, schätzt Werte, die es nicht gibt.

In der Schweiz gibt es genau zwei bewilligte Veranstalterinnen von Sportwetten als Grossspiel: Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein; Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer bei einer anderen Plattform wettet, wettet im Schweizer Recht bei einem nicht bewilligten Anbieter, auch wenn diese Plattform eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land führt. Die Spielsperre greift dort nicht, und die Gespa kann die Domain per DNS-Sperre blockieren.

Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere wie eine Weltmeisterschaft im Vergleich zu Ligaspielen?

Klubwettbewerbe liefern pro Saison 30 bis 40 Spiele und genug Daten, um Form vom Zufall zu trennen. Eine Weltmeisterschaft hat pro Mannschaft nur drei bis sieben Spiele; die Datenbasis ist zu klein, um Wahrscheinlichkeiten verlässlich zu schätzen. Hinzu kommt der K.-o.-Effekt: Der Sieger eines Turniers ist nicht zwingend der wahrscheinlichste Sieger, weil eine einzige Niederlage das Ausscheiden bedeutet. Wer auf Turnierspiele wettet, bewegt sich auf einer Datenbasis, die für die Frage zu klein ist; wer auf Ligaspiele wettet, hat genug Material, um Form vom Zufall zu trennen.

Inhalt erstellt vom Team «tippsheutech»