Cricket wetten in der Schweiz – was erlaubt ist, wie Formate funktionieren
Eine Cricket-Wette in der Schweiz beginnt mit einer verengten Frage: Wer darf sie überhaupt anbieten? Die Antwort steht im Geldspielgesetz. Nur zwei Veranstalterinnen haben eine Bewilligung der Gespa, und beide führen Cricket nur, wenn ihre Wettprogramme das vorsehen. Alles andere ist Markt, der hier nicht erlaubt ist, und der Leser dieses Textes erfährt zuerst, warum.
Oktober 19, 2026 – Stand der Anbieter- und Bewilligungsprüfung gemäss Gespa und den Veranstalter-Seiten.
Verantwortungsvolles Spielen bei mehrteiligen Cricket-Märkten
Cricket ist nicht wie Fussball. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden, ein ODI 50 Overs pro Innings, ein T20 deren 20. Eine Wette vom Mittwoch entscheidet sich am Sonntagabend. Wer sein Verlustlimit für 30 Tage auf CHF 9’999 setzt, hat nicht vorhersehbare Wetten über Monatsende hinaus schon im Pfand.

Die Verlustlimite ist deshalb die erste Verteidigungslinie und nicht die Kontoverwaltung. Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip wählen Spielende Oberlimiten für 1, 7 und 30 Tage – mit der Höchstgrenze CHF 9’999 monatlich, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Wer sein eigenes Tempo ändern will, ohne die wirtschaftliche Bremse zu lockern, lässt die Verlustlimite stehen und dreht nur die Einzahlung zurück.
Daneben gilt die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Das Gegenstück auf der anderen Seite: Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und nutzt das gleiche Register.
Wetten aus Spiellust sehen bei Livewetten anders aus als auf dem Wettschein. Bei Sporttip zählt eine Wette mit Quote 1.00, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird – und Swisslos darf Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn das Ereignis in einer spielentscheidenden Situation steht. Wer sich beim Tippen vertut, hat seinen Einsatz nicht verloren; wer ihn systematisch verzögert, hat ihn verschenkt. Livewetten lohnen den Blick ins Wettprogramm, nicht den Blick auf das Spielbild.
Der seltene, aber teuerste Weg in den Konflikt läuft über dieselbe Veranstaltung. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer auf «Top-Batsman» und «Most Sixes» auf ein und denselben Spieler setzt, baut zwei Wetten – und riskiert, dass die zweite fällt, wenn die erste schon steht.
Cricket hat zudem ein Eigenrisiko, das im Wettschein nicht steht: die Wetterlage. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Die Methode trat 1997 an, der ICC übernahm sie 1999, und seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den vollen Namen. Was sie für die Wette tut: Sie verändert mitten im Spiel das Ziel. Wer auf «Team B gewinnt» steht, kann erleben, dass die Quote stehen bleibt und der Gegner plötzlich 230 statt 180 braucht.
Cricket-Spielplan: was wann läuft und was die Schweiz überhaupt anbietet
Der Cricket-Kalender ist eng. Die Indian Premier League füllt April und Mai, internationale Bilaterale den Sommer, Weltmeisterschaften im Vierjahresturnus. Für Schweizer Wettende ist die Frage nicht, ob das Spiel läuft, sondern ob das Wettprogramm es abbildet.

Der Cricket World Cup der Männer wird seit 1987 mit 50 Overs pro Innings gespielt, vorher mit 60. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien in Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Wer den Sieger eines World Cup auf eine Wette setzt, tippt nicht nur ein Team, sondern das ganze Turnierformat – und über drei Wochen hinweg.
Die Dichte an Weltklasse-Cricket hat Eigenheiten, die Quoten verschieben. Das Finale des Cricket World Cup 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15; England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Wer damals eine Wette auf «Match Winner» offen hatte, sass auf einer Quote, die kein Computer vorhersehen konnte. Limited-Overs-Cricket und der Cricket World Cup enthalten damit ein eingebautes Störungsfeld, das nur die Buchmacher einkalkulieren.
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Ein Test-Match kann fünf Tage dauern. Ein ODI 50 Overs, ein T20 deren 20 mit höchstens 75 Minuten je Innings. Im Cricket endet ein Spiel als Tie, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist – sehr selten. Als Draw gilt in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor Ende aller Innings abläuft.
Für die Schweiz bedeutet das zweierlei. Erstens: Lange Formate sind nicht gut für nebenbei. Zweitens: Eine Wette auf «Draw» – bei Sporttip «Unentschieden» – ist bei Test-Matches ein eigener Markt, bei ODIs und T20s in der Regel nicht. Wer sein Format nicht kennt, baut sich eine Wette, die es nicht gibt.
Anbieter-Ranking und Vergleich: nur zwei haben eine Bewilligung
Die Vergleichstabelle spricht eine einfache Sprache. Zwei Einträge führen eine Bewilligung, acht führen keine – und die Gespa führt eine Sperrliste, in der die zweite Gruppe jederzeit landen kann.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung (BGS, Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung (BGS, Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| bet-at-home | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiedese Lizenz: nicht festgestellt |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
Der Vergleich deckt damit nicht jede Eigenschaft ab, die gern verglichen wird: Quotenbreite, Auszahlungsdauer, Mobile-App-Qualität, Live-Streams. Die Gespa-Lage der zweiten Gruppe verbietet es, deren Quoten, Zahlungswege oder Auszahlungszeiten als Kriterien aufzulisten – ohne Schweizer Bewilligung läuft die Seite auf DNS-Sperre, die jederzeit greifen kann. Wer für die Schweiz entscheidet, vergleicht nicht Marken, sondern die zwei Bewilligten und die unbeaufsichtigte Parallelwelt.
Swisslos Sporttip
Sporttip ist der eine Pol. Swisslos veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Der Sitz ist Basel. Das Vertragsgebiet reicht weit: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Plattform ist auf den ersten Blick nicht gross. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer sein Spielkapital verzehnfachen will, baut sich seine Wetten anders: Systemwetten bis CHF 10’000, mehrere Scheine parallel, Ruhe in der Bewegung.
Das Sporttip-Wettprogramm ist eine geschlossene Liste. Was dort steht, darf gewettet werden; was nicht dort steht, auch nicht. Cricket findet sich nur, wenn die Gespa-Liste das Spiel aufführt – und dann in den Märkten, die der Veranstalter anbietet. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Wer bei Sporttip mitmachen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, im Vertragsgebiet wohnen und eine Spielsperre los sein. Die Identitätsprüfung liest den hochgeladenen Ausweis, gleicht gegen Adressdatenbanken und sperrt Mehrfachkonten konsequent. Pro Person genau ein Konto, Lebensdauer, kein Wiederöffnen.
Für Cricket-Fans ist Sporttip die seriöse Adresse – aber nicht die mit der breitesten Auswahl. Wer einen IPL-Markt mit Handicap sucht, der nicht auf der Liste steht, wird ihn hier nicht bekommen. Wer die Schweizer Bewilligung will, hat keine andere Wahl, und das ist die Konsequenz der Marktlage, nicht der Schwäche der Plattform.
Loterie Romande Jouez Sport
Jouez Sport ist die andere Seite des Duopols. Loterie Romande veranstaltet das Produkt für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer in Genf wohnt, kann bei Swisslos kein Konto führen; wer in Bern wohnt, kann bei Loterie Romande keines.
Die Spielregeln gleichen Sporttip, weil beide unter demselben Geldspielgesetz arbeiten. Wettende ab 18, ein Konto pro Person, Auszahlungen nur auf das eigene Konto, Verlustlimiten mit derselben 72-Stunden-Regel für Erhöhungen. Cricket wird im Wettprogramm von Jouez Sport stehen, wenn die Gespa-Liste den Markt abbildet – mit demselben beschränkten Korridor wie bei Sporttip. Wer auf das Westschweizer Vertragsgebiet angewiesen ist, vergleicht die zwei Plattformen nicht, weil er nur eine davon nutzen darf.
Der Unterschied ist die Reichweite. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat Swisslos; wer in der Romandie wohnt, hat Loterie Romande. Beide zahlen in dieselben kantonalen Fonds, beide halten sich an dieselbe Spielsperre, beide leiten den Reingewinn in öffentliche Zwecke. Für die meisten Leserinnen und Leser ist die Wahl schon gefallen, bevor sie die Quote sehen.
Betscore, 22Bet, bet-at-home, Betify, ZotaBet, BetAlright, N1 Bet, BetFury
Die übrigen acht Marken führen keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Deutschland, gleichgültig – hat hier keine Kraft; Art. 4 BGS macht das deutlich. Die Anbieter haben keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Rekursmöglichkeit. Wer dort einzahlt, ist auf die Hausregeln des Anbieters angewiesen.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren; Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – die Gespa nennt Domain-Hopping bei Interwetten, bet-at-home und bet365 – und das Katz-und-Maus-Spiel gehört zum Geschäftsmodell. Wer dort spielt, verlässt den Schweizer Rechtsraum mit jedem Login. Die Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und nach Art. 131 BGS mit bis zu CHF 500’000 Busse bedroht – beschrieben, nicht beworben.
Die Frage, ob ein solcher Anbieter Cricket-Märkte führt, ist für Schweizer Wettende zweitrangig. Wer ihn nutzt, verlässt den Schutzrahmen. Die Spielsucht-Sperre dort gilt nur dort. Eine Verlustlimite, die Swisslos per Gesetz durchsetzt, existiert dort als freiwillige Selbstdisziplin. Die Auszahlung folgt den Regeln des Anbieters, nicht den Schweizer Auszahlungsregeln an ein Konto auf den Namen des Spielenden.
Wer eine ausländische Plattform nutzt, hat die Frage «warum» selbst zu beantworten – das grössere Wettprogramm, andere Märkte, ein Bonus, eine Quote. Was er eintauscht, ist die Schweizer Bewilligung. Wer ausländisch spielt, will bewusst nicht in das Schweizer Schutzsystem hinein – das ist eine bewusste Entscheidung, die hier nicht verharmlost wird.
Cricket-Wetten in der Schweiz: was möglich ist und was nicht
Die Übersicht beginnt mit der Zahl: zwei Veranstalterinnen, zwei Plattformen, ein gemeinsames Gesetz. Der Rechtsrahmen sortiert den Markt, bevor die Quoten sprechen.
Die kleine Auswahl an Veranstalterinnen
Im Schweizer Wettmarkt gibt es für Sportwetten genau zwei Veranstalterinnen. Swisslos führt Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein; Loterie Romande führt Jouez Sport in der Westschweiz. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Geltung, und eine Veranstalterbewilligung im Ausland macht eine Plattform nicht zum Schweizer Anbieter. Was sich daran ändert, ist die Werbung: in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel zu bewerben ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und mit bis zu CHF 500’000 Busse bedroht.
Was auf den Wettschein darf
Gewettet werden darf nur, was die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen ausweist. Was nicht auf dieser Liste steht, ist im Schweizer Wettprogramm nicht erlaubt – und die Plattformen können auch nicht mehr anbieten, als das Gesetz erlaubt. Die Liste wird von der Gespa gepflegt und ändert sich; aktuelle Version 10.09.2026.
Die Beschränkungen aus der Liste kosten Märkte. Keine Corner- oder Kartenmärkte im Cricket, keine Esports-Sektion, keine Qualifikationsspiele, wenn sie nicht eigens aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn die Liste sie aufnimmt; Rangwetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie erlaubt. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen. Was offline fehlt, kann online nicht erscheinen – die Liste ist die Quelle und der Deckel.
Sporttip im Alltag
Bei Swisslos online teilnehmen kann, wer mindestens 18 Jahre alt ist, im Vertragsgebiet wohnt und keine Spielsperre trägt. Pro Person genau ein Konto. Die Plattform verlangt einen Ausweis und gleicht die Adresse gegen Datenbanken – die Mehrfachkontonummer ist damit versperrt. Wer auf Sporttip setzt, tritt mit echtem Namen, echtem Wohnsitz und einem einzigen Konto an.
Cash-Out, Livewetten und Quotenboosts
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn; Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn um einen Prozentsatz; pro Wettende nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert.
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Spielregel, kein Bonus – und der sportliche Reiz von Livewetten verschiebt sich, sobald sie zur Quizfrage wird.
Limits und Höchsteinsätze
Bei Sporttip sind Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombinationswetten CHF 1’000, Höchsteinsatz für Systemwetten CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit kleineren Summen setzt, kommt mit dem Mindesteinsatz hin; wer höhere Einsätze plant, verteilt sie auf Systemwetten.
Bonusregeln bei Sporttip
Quotenboosts und Profitboosts gibt es bei Sporttip; ihre Höhe und ihre Bedingungen stehen im jeweils aktuellen Wettprogramm. Die Regeln sind klar: pro Wettende nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Bei Cash-Out verfällt der Boost. Gratiswetten und Freispiele brauchen nach Art. 75 Abs. 2 BGS die vorgängige Zustimmung der Gespa – in 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos.
Rechtlicher Rahmen der Schweiz: was das Geldspielgesetz für Cricket-Wetten bedeutet
Recht ist hier nicht Beiwerk. Wer in der Schweiz Cricket wettet, hat mit dem BGS und mit der Gespa-Aufsicht zwei feste Grössen, die jede Wette begleiten – und wer das Gesetz nicht kennt, läuft in eine Falle, die das Wettprogramm nicht zeigt.
Das Geldspielgesetz und seine Aufsicht
Das BGS (SR 935.51) ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft; die Interkantonale Vereinbarung trat am 1. Januar 2021 in Kraft, und Sportwetten fallen unter Art. 3 lit. c und e. Aufsichtsbehörde ist die Gespa in Bern – nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung (Art. 21-25 BGS). Sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).
Veranstalter und ihre Bewilligungen
Nur Swisslos und Loterie Romande haben die Bewilligungen, Lotterien und Sportwetten in der Schweiz zu veranstalten. Eine darüber hinausgehende Schweizer Buchmacherliste gibt es nicht, weil es keine weiteren Schweizer Buchmacher gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.
Die Idee hinter dem Duopol: Geldspielabgaben fliessen in die kantonalen Fonds und über Stiftungen in Sport und Gemeinwohl. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Cricket ist ein Nischenmarkt in dieser Rechnung.
Spielerschutz nach dem BGS
Sportwetten stehen ab 18 offen; Minderjährige sind online nach Art. 72 BGS nicht zugelassen. Pro Person genau ein Konto mit verifizierter Identität (Art. 47-52 VGS). Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat: die Veranstalterin muss für mindestens eine Periode Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust vorgeben (Art. 87 VGS); eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung nach frühestens 24 Stunden – Swisslos und Loterie Romande wenden 72 Stunden an. Eine gesetzliche Einzahlungs-Obergrenze gibt es nicht.
Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) erfasst überschuldete oder spielsüchtige Personen und die Selbstsperre, eingetragen in ein gemeinsames Register. Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS); eine Selbstpause bis sechs Monate muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Ein unbequemes Datum: Gespa-Testkäufe 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen Sportwetten an Minderjährige verkauft wurden. Wer Online spielt, hat diese Lücke nicht; wer am Schalter spielt, muss selbst aufpassen.
Zahlungen und Auszahlungen
Gewinne und Saldo werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht; die Kreditierung an Spielende ist nach Art. 75 Abs. 1 BGS verboten. Welche Zahlungsmittel eine Plattform akzeptiert, sagt deren AGB; ein Schweizer Block auf Zahlungen an ausländische Wettanbieter existiert nicht.
Steuern auf Gewinne
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich – darum steht hier «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Die typische Wette liegt unter dem Freibetrag – kein Einkommen, keine Verrechnungssteuer. Ausländische Gewinne unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis – Thurgau etwa – besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig von der Höhe. Eine Wettsteuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht.
Werbung und Boni
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht Minderjährige oder Gesperrte ansprechen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit bis zu CHF 500’000 gebüsst (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Eine zeitliche Werbesperre kennt das Gesetz nicht. Promo-Codes werden hier nicht abgedruckt.
Offshore: was fehlt
Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat – bis 3 Jahre oder Geldstrafe, gewerbsmässig bis 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; Schutz und Fairnesskontrolle fehlen. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste blockierter Domains, die per DNS gesperrt werden (Art. 86-93 BGS; erste Liste am 3. September 2019).
Ehrliche Einordnung: Offshore bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rekurs, kantonale Besteuerung der Gewinne; bewilligt bedeutet voller Schweizer Schutz – aber nur zwei Anbieter, geschlossene Sportliste, Wohnsitzauflage und Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist «per se die sichere Wahl».
Quoten lesen: was die Marge über Cricket-Wetten verrät
Eine Quote sagt zwei Dinge: was der Anbieter über die Wahrscheinlichkeit denkt, und was er daran verdient. Die Marge ist die Differenz. Wer zwei Quoten sieht, kann sie lesen.
Nehmen wir einen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 und 1.90 – ein Beispiel, kein Kurswert. Die Auszahlungsquote berechnet sich als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90); 1/1.90 ergibt rund 0.5263, die Summe ist 1.0526, der Kehrwert 0.9500. Die Marge ist 1 minus 0.9500, also rund 5 %. Wer in einem solchen Markt einen Franken setzt, erhält im statistischen Mittel 95 Rappen zurück; die restlichen 5 Rappen behält die Plattform. In einem Markt mit Quoten 1.85 und 1.95 liegt die Marge niedriger; in Märkten mit Quoten 1.70 und 2.30 entsprechend höher.
Die Konsequenz für Cricket: Märkte, die das Wettprogramm nicht breit anbietet, sind häufiger mit höheren Margen belegt, weil Liquidität fehlt. Märkte, die viele Wettende sehen – Sieger eines ODI zwischen Indien und Australien – haben engere Margen. Wer auf Aussenseiter mit Quote 4.50 oder höher tippt, gewinnt selten und zahlt auf den Gewinnen eine breitere Marge als auf Favoriten.
Die Quote spiegelt damit ein Gleichgewicht, kein Versprechen. Sie sagt, was die Mehrheit glaubt, korrigiert um den Anteil, den die Plattform behält. Wer sein Modell einsetzt, vergleicht die eigene Schätzung mit der implizierten Wahrscheinlichkeit – und sucht die Märkte, in denen die Differenz grösser ist als die Marge.
Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in der Schweiz
Kann man in der Schweiz legal auf Cricket wetten?
Ja – über Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport, die beiden einzigen Veranstalterinnen mit Gespa-Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung; Anbieter wie Betscore, 22Bet oder bet-at-home führen keine Schweizer Bewilligung. Wer dort spielt, verlässt den Schweizer Rechtsraum.
Welche Cricket-Formate gibt es und wie wählt man die Wette dazu?
Drei Formate prägen den Markt: Test-Match (bis fünf Tage), ODI (50 Overs pro Innings) und T20 (20 Overs, höchstens 75 Minuten pro Innings). «Draw» gibt es nur bei Test-Matches; bei ODIs und T20s endet das Spiel als «Tie» bei Punktegleichstand – sehr selten – oder als «No Result» bei Wetterunterbrechung. Die Wette muss zum Format passen.
Wie wirkt die Duckworth-Lewis-Stern-Methode auf eine laufende Wette?
Sie verändert das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in einem durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spiel. Vor Unterbrechung gesetzte Wetten bleiben in der Regel stehen; das geänderte Ziel kann die Wette kippen. Unter 20 Overs (ODI) bzw. unter 5 Overs (T20) wird das Spiel als «No Result» gewertet, sofern ein Team nicht all out ist oder das Ziel früher erreicht.
Wie wird der Gewinn aus Quote und Einsatz berechnet?
Rückzahlung = Einsatz × Quote, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Einzelmärkte zu einer Gesamtquote. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, erhält bei Gewinn CHF 25 zurück, davon CHF 15 Reingewinn.
Wie schätzt man die Marge in Cricket-Quoten ab?
Über die Auszahlungsquote: 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 1 minus Auszahlungsquote. Bei zwei ausgeglichenen Quoten von 1.90 ergibt sich rund 5 % Marge. Niedrigere Margen findet man in grossen, liquiden Märkten; höhere Margen in Aussenseiterwetten und Nischenmärkten.
Wie unterscheidet sich die Besteuerung zwischen Sporttip und ausländischen Anbietern?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag einkommensteuerfrei (Bund CHF 1’071’000 ab 1.1.2026, Kanton je nach Kanton unterschiedlich); oberhalb der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen. Ausländische Gewinne kennen keine Schweizer Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis oft als voll steuerbares Einkommen behandelt. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Sportarten – tippsheutech
Inhalt erstellt vom Team «tippsheutech»
