Schach Wetten in der Schweiz – Anbieter, Regeln und das, was eine Quote kostet
Datenstand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten sowie gegen die Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.
Wer in der Schweiz auf Schach wetten will, läuft schnell gegen eine Mauer. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) lässt Sportwetten nur zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide decken je eigene Kantone ab. Alles andere läuft über eine ausländische Bewilligung, die in der Schweiz nichts bedeutet, und führt ohne Schutz, ohne Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg geradeaus in eine Wette, bei der im Zweifel der Anbieter den Kürzeren zieht – aber niemand garantiert dafür, dass der Spieler das auch tut.
Hier erfahren Sie, welche Schachturniere für Wetten in Frage kommen, wie Quoten entstehen und welche Marge darin steckt. Zudem wird erläutert, was die beiden zugelassenen Schweizer Anbieter Sporttip und Jouez Sport im Programm haben und warum ausländische Wettplattformen ohne Schweizer Bewilligung im Vergleich aufgeführt sind.
Verlustlimit und Spielsperre – was vor dem ersten Klick zu setzen ist
Eine Schachpartie dauert Stunden, der Spielstand kippt mit einem Läuferopfer, und Livequoten verschieben sich im Sekundentakt. Genau deshalb gehört der Spielerschutz an den Anfang, nicht ans Ende. Bei Sporttip wie bei Jouez Sport setzen Spielende ihre eigenen Verlustlimiten, bevor sie die erste Wette platzieren – und zwar für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, das gibt dem Kopf Zeit, die eigene Entscheidung zu prüfen, bevor mehr Geld freigegeben wird. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen.

Wer sich selbst aussperren will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne vor Fristablauf wieder hereinzukommen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos – einschliesslich Online-Casinos – sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillig ausgesperrt heisst für drei Monate gesperrt, mit eingebundener Fachstelle. Wer die Spielsperre in den Bedingungen liest, sollte sie ernst nehmen.
Das hat handfeste Folgen für jede Wette: Wer limitiert ist, kann nicht «nachschieben». Wer gesperrt ist, kann gar nicht spielen. Wer beides ignoriert, riskiert, dass Gewinne nicht ausgezahlt werden – ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Eine Schachpartie hat keine Halbzeit. Bei Sporttip zählt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen werden nur gewertet, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette sind. Beim Schach gibt es weder Nachspielzeit noch Penaltyschiessen – wer auf Turniermodus wettet, sollte prüfen, wie der Anbieter den Tiebreak (Schnellschach, Blitz, Armageddon) abrechnet, bevor er abgibt.
Schach als Wettsport – Partieablauf, Remis und WM-Zyklus
Das Schachbrett hat 64 Felder und zu Beginn 32 Figuren, je sechzehn pro Seite. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Der erste war Wilhelm Steinitz, der 1886 Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 schlug. Im Mittelspiel erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Bei Meistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Diese Zahl ist der Schlüssel zu jeder Schachwette.
Eine Partie endet remis durch Patt (kein legaler Zug, nicht im Schach), durch Einigung der Spieler, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag oder durch die 50-Züge-Regel auf Antrag. Automatisch remis ist die Partie bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, sowie bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Drei Remis-Arten kosten kein Spielmaterial, drei fordern einen Antrag, zwei greifen automatisch. Wer auf Sieg wettet, muss diese Mechanik kennen.
Grundlagen der Wettquoten – warum das Remis den Preis macht
Beim Fussball gibt es drei Ausgänge: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Beim Schach gibt es drei Ausgänge: Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz. Die Quoten für Remis liegen fast immer über 3.00, oft bei 4.00 bis 6.00, weil die Remisquote auf Meisterebene bei 43 % liegt. Wer eine 1X2-Wette auf Schach setzt, wettet gegen einen Markt, in dem ein Drittel der Ausgänge wahrscheinlicher ist als ein Heimsieg im Fussball. Das verändert die Marge.

Quoten enthalten immer eine Marge des Veranstalters. Bei einer Drei-Wege-Wette auf Sieg/Remis/Niederlage verteilt sich die Marge auf alle drei Ausgänge. Wer die Quoten addiert – 1/Quote_Sieg + 1/Quote_Remis + 1/Quote_Niederlage – erhält die Auszahlungsquote. Der Rest auf 100 % ist die Marge. Sie ist das, was der Veranstalter im Schnitt pro eingesetztem Franken einbehält – unabhängig vom Ausgang.
Kandidatenturnier und WM – welche Turniere als Ereignis in Frage kommen
Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Die jüngste Austragung war die Schachweltmeisterschaft 2024 vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur, gespielt im Modus Best of 14 klassische Partien, für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann 7½:6½ gegen Ding Liren – 3 Siege, 2 Niederlagen, 9 Remis, ein Tiebreak war nicht nötig.
Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte die WM 2024 durch Tiebreaks entschieden werden sollen: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Wer auf Weltmeister wettet, sollte verstehen, dass «der Herausforderer wird Weltmeister» eine Aussage über einen Match ist, nicht über eine Partie – und dass Schnellschach und Blitz eigene Quoten haben.
Nicht jedes Turnier ist als Wettereignis zugelassen. Was in der Schweiz als Sportwette angeboten werden darf, steht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten. Wer auf Schach wetten will, prüft dort, ob das Turnier und die Wettart gelistet sind. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; die letzte hier zugrunde gelegte Fassung datiert vom 10.09.2026. Ist ein Turnier nicht gelistet, kann es nicht Gegenstand einer zugelassenen Wette sein.
Rechenbeispiel – was eine Quote bei einem ausgeglichenen Markt bedeutet
Ein illustratives Beispiel: Angenommen, ein Veranstalter quotiert eine fiktive Schachpartie mit Quote 1.90 auf Sieg Weiss, 1.90 auf Remis und 1.90 auf Sieg Schwarz. Dann ergibt sich die Auszahlungsquote als 1/1.90 + 1/1.90 + 1/1.90 = 1,579. Die Marge ist 100 % − 95,0 % ≈ 5.34 % – je nach Rundung landet die Bandbreite etwa bei 5 bis 6 %. Die Marge eines Drei-Wege-Marktes auf Schach liegt bei diesem Preisbild also in der Grössenordnung von 5 bis 6 %, was auf den ersten Blick wenig aussieht, aber bei Livewetten, die sich sekündlich ändern, und bei Kombiwetten, deren Quoten sich multiplizieren, sich summiert. Die Faustregel: Je öfter kombiniert wird, desto mehr Marge wird mitgenommen, weil sich die Multiplikation auf alle drei Ausgänge auswirkt – und bei jedem Leg, nicht nur beim Gesamtwerk. Ein Leser, der mit 1.90/1.90/1.90 eine Kombiwette aus zwei Schachpartien baut, trägt die Marge zweimal.
Anbieter im Vergleich – die zwei Schweizer und acht ausländische Marken
Die folgende Tabelle zeigt, was für die zehn verglichenen Anbieter zur Bewilligungslage und zum Wettprogramm festgehalten werden kann. Die Spalten sind bewusst schmal gehalten: Eine Bewilligungsspalte, eine Spalte zum Wettprogramm.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Wettprogramm / Veranstalter |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS; Aufsicht Gespa) | Sporttip, eines der beiden zugelassenen Sportwettenangebote in der Schweiz |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung BGS; Aufsicht Gespa) | Jouez Sport, das andere der beiden zugelassenen Angebote, nur in den Westschweizkautionen |
| Donbet | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| Sportuna | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| AmunRa | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| myBet | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| Betscore | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| Gamdom | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| MyStake | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
| Jackbit | Keine Schweizer Bewilligung | Details in den AGB des Anbieters |
Was die Tabelle nicht zeigt: Acht ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spieler ihnen im Internet begegnen. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft. Wer dort spielt, ist nicht im schweizweiten Sperrregister erfasst, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domain kann jederzeit auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden – Swisscom, Salt und UPC setzen die Sperre per DNS um. Das ist der eine Punkt, an dem die Tabelle ehrlich bleibt: Sie nennt die Namen, ohne sie zu empfehlen.
Was die Schweizer Veranstalter konkret anbieten
Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2025, die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist zur Online-Teilnahme berechtigt – vorausgesetzt, er ist mindestens 18 Jahre alt und nicht im Spielregister gesperrt.
Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen – vorausgesetzt, die Person ist mindestens 18 Jahre alt, hat Wohnsitz im Vertragsgebiet und ist nicht gesperrt.
Online-Registrierung braucht bei beiden: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet, keine Spielsperre, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer das Spielkonto eröffnet, hinterlegt damit auch die Verlustlimiten – sie sind Teil des Antrags, nicht ein optionaler Schritt.
Sporttip – das Angebot im Detail
Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – ein Sportler oder Schachprofi, der auf seinen eigenen Match setzt, spielt nicht.
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer Cash-Out benutzt, akzeptiert einen Abschlag auf den fairen Wert – das ist die Mechanik, nicht ein Bonus.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die Stelle, an der das Marketing-Wort «boosted odds» seine Mechanik preisgibt: Es ist kein Geschenk, sondern ein einmaliger Aufschlag auf eine Quote, der bei vorzeitiger Auszahlung wieder weg ist.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – das heisst, der Einsatz wird zurückgegeben, aber es gibt keinen Gewinn. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Beim Schach heisst das: Wenn der weisse Spieler einen Springer matt setzt und die Livewette auf «Weiss gewinnt» erst nach dem Mattzettel eingeht, ist die Wette 1.00 – und der Einsatz futsch.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Diese Zahlen stehen nicht in der Tabelle, weil sie nichts über die Wette selbst sagen – aber sie zeigen, wohin das Geld fliesst, das die Margen einbringen: in die Kantone, nicht in die Tasche eines privaten Anbieters.
Loterie Romande – der Westschweizer Spiegel
Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, kann bei Loterie Romande ein Konto eröffnen und an Jouez Sport teilnehmen. Die Mechanik entspricht der von Sporttip: Verlustlimiten vor der ersten Wette, Spielsperre produktbezogen möglich, Cash-Out als Funktion verfügbar. Welche konkreten Höchsteinsätze und welche Cash-Out-Regeln Jouez anbietet, prüft die Spielerin im Wettschein und in den Bedingungen, bevor sie abgibt. Was sicher ist: Auch hier gilt das BGS, auch hier setzt die Spielerin ihre eigenen Limiten, auch hier ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach BGS Voraussetzung.
Rechtlicher Rahmen – was erlaubt ist und was nicht
Online-Sportwetten sind in der Schweiz Grossspiele unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021). Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport.
Was gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (zuletzt aktualisiert am 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) bestimmt, welche Ereignisse als Wette angeboten werden dürfen. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Eckstoss- oder Kartenmärkte und Esports sind in der Liste nicht zu finden. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt – Prematch und Live –, wenn der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine statutarische Einschränkung bestimmter Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert; was hierzu gilt, sind die Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Virtuelle Sportarten sind nicht geregelt; was hierzu geschrieben steht, gehört nicht in diesen Text. Esports erscheint nicht in der Gespa-Liste – das ist alles, was hierzu festgehalten werden kann.
Wer spielen darf: Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen (Gespa). Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Pro Person ein Konto mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Der Anbieter muss eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden gesetzlich – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Die Schweiz hat keinen statutarischen festen Einzahlungs-Cap.
Spielsperre (Art. 80–82 BGS): Ausschluss von überschuldeten oder suchtgefährdeten Spielern und Selbstsperre, eingetragen in ein gemeinsames Register ausgeschlossener Personen. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von 6 Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – der Verkaufsschutz ist also nicht so streng, wie er sein sollte.
Wer zahlt: Gewinne und Saldi werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren in der Schweizer Bewilligung nicht. Kredit an Spieler ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in dessen Bedingungen. Die Schweiz hat kein Zahlungsblock-Tool gegen nicht zugelassene Wettseiten – nie behaupten, dass Banken oder Kartensysteme solche Zahlungen blockieren.
Steuer: Gewinne aus Schweizer zugelassenen Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert – der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht ab, also gilt «je nach Kanton», nie ein einzelner Kantonswert. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Spieler gewinnt weit darunter, also keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Thurgaus behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Die Schweiz kennt keine Wettsteuer auf Einsätze. Allgemeine Information: «Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen».
Werbung: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder Ausgeschlossene richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht zugelassene Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und -bedingungen stehen in den Bedingungen jedes Anbieters. Kein Werbezeitverbot. Kein Promo-Code wird hier gedruckt.
Offshore: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu drei Monate Geldstrafe oder Busse, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft (BJ), aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Sperrung: Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Gespeerte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt (Domain-Hopping – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt Bet365 als auf der Liste). Ehrliche Einordnung: Offshore = keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, ausländische Gewinne nach kantonalem Recht steuerbar; in der Schweiz bewilligt = voller Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und Verifizierung. Keines von beiden ist «die sichere Wahl» per Default.
Operator-Reihenfolge
Swisslos Sporttip
Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Sportwetten unter dem Produktnamen Sporttip und ist einer der beiden Veranstalter, die das BGS in der Schweiz erlaubt. Bewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS, Aufsicht durch die Gespa. Verbreitungsgebiet: die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Wer dort wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann ein Konto eröffnen und an Sporttip teilnehmen.
Das Sporttip-Angebot umfasst Prematch und Livewetten auf das, was die Gespa-Liste hergibt. Konkret heisst das: Schach ist als Event nur dann verfügbar, wenn das Turnier und die Wettart in der Liste stehen – das ist eine Einschränkung, die nicht im Marketing steht. Mindesteinsatz CHF 1, maximale Einzel- oder Kombiwette CHF 1’000, maximale Systemwette CHF 10’000. Quotenboosts und Profitboosts sind einmalig pro Wettender, nur online und nur auf Prematch-Einzelwetten, und verfallen beim Cash-Out.
Verdikt: Sporttip ist die einzige legal in der Schweiz verfügbare Wettplattform für Schach im deutschsprachigen Vertragsgebiet. Wer dort spielt, zahlt mit der Marge des Monopols, die allerdings bei zwei Wettbewerbern und einer Aufsicht vergleichsweise niedrig ausfallen sollte. Die Höchsteinsätze sind eng – wer mit grösseren Beträgen wetten, kommt aus Deutschland weg.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande ist der Westschweizer Spiegel von Swisslos: gleiche Bewilligungsgrundlage, gleiche Aufsicht durch die Gespa, anderes Verbreitungsgebiet. Jouez Sport läuft in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen und an Jouez Sport teilnehmen.
Das Angebot entspricht strukturell Sporttip: Prematch- und Livewetten auf das, was die Gespa-Liste zulässt, Cash-Out als Funktion, eigene Verlustlimiten vor der ersten Wette. Welche konkreten Höchsteinsätze und Cash-Out-Bedingungen für Schach gelten, nennt Jouez in den eigenen AGB. Für Westschweizer Spielerinnen ist Jouez Sport die einzige Option mit Schweizer Bewilligung.
Verdikt: Für Spielerinnen in der Westschweiz ist Jouez Sport das einzige legal zugängliche Sportwettenangebot. Wer dort wettet, ist im Schweizer Schutzsystem. Wer ausserhalb der Westschweiz wohnt, hat hier kein Konto – und keine Schweizer Bewilligung.
Donbet
Donbet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Domain Donbet kann auf der Gespa-Sperrliste stehen, was den Zugang in der Schweiz unmöglich macht. Welche Lizenz Donbet im Ausland auch hält: Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Es besteht kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister und kein Schweizer Rechtsweg.
Verdikt: Donbet ist in der Schweiz nicht zugelassen. Wer dort einzahlenkt, spielt ohne Schutz, ohne Sperrregister und ohne Möglichkeit, im Streitfall vor einem Schweizer Gericht zu klagen. Domain-Hopping macht den Zugang unberechenbar.
Sportuna
Sportuna ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus dem Ausland hat hier keine Wirkung. Kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg – die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen.
Verdikt: Sportuna besitzt keine Schweizer Konzession. Auch hier gilt: Wer spielt, verzichtet auf den schweizerischen Spielerschutz und den Rechtsweg.
AmunRa
AmunRa ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung und daher in der Schweiz nicht zugelassen. Keine Wirkung in der Schweiz, kein Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg. Das Domain-Hopping erschwert den Zugang – eine Sperre durch die Gespa ist jederzeit möglich.
Verdikt: AmunRa ist in der Schweiz nicht zugelassen. Der Markenname ändert nichts an der fehlenden Bewilligung.
myBet
myBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Keine Wirkung in der Schweiz, kein Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg. Ein Schutz durch Schweizer Behörden oder eine faire Überprüfung ist bei diesem Anbieter nicht gegeben.
Verdikt: myBet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Damit fehlt der Zugang zum Sperrregister, und im Streitfall steht kein Schweizer Gericht zur Verfügung.
Betscore
Betscore ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Keine Wirkung in der Schweiz, kein Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg. Da keine Bewilligung vorliegt, können Schweizer Kunden bei Problemen nicht auf die Gespa oder Schweizer Gerichte zählen.
Verdikt: Betscore ist in der Schweiz nicht zugelassen. Der Markenname ändert nichts an der fehlenden Bewilligung.
Gamdom
Gamdom ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Da der Anbieter keine Schweizer Lizenz besitzt, riskieren Spieler bei Streitfällen einen Totalverlust.
Verdikt: Gamdom verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Da die Marke nicht an das Schweizer Ausschlussregister angebunden ist, bleibt die Spielersicherheit weit hinter dem Standard der Inlandanbieter zurück.
MyStake
MyStake ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Ein Zugriff kann durch die Gespa-Sperrliste jederzeit unterbunden werden, ohne dass Spieler eine Handhabe dagegen hätten.
Verdikt: MyStake ist in der Schweiz nicht zugelassen. Der Markenname ändert nichts an der fehlenden Bewilligung.
Jackbit
Jackbit ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Bei Jackbit profitieren Spieler von keinerlei Schweizer Aufsicht; die Domain kann von den Schweizer Providern jederzeit gesperrt werden.
Verdikt: Jackbit hat keine Schweizer Bewilligung. Ohne Schweizer Rechtsweg und Sperrregister-Anbindung unterliegen Schweizer Kunden hier einem hohen Risiko bei Konflikten oder Auszahlungsproblemen.
Häufige Fragen
Ist Schach wetten in der Schweiz erlaubt?
Ja, aber nur bei Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Andere Anbieter – ob mit Lizenz in Curaçao, Malta oder Deutschland – haben in der Schweiz keine Bewilligung. Eine Wette bei einem ausländischen Anbieter ist in der Schweiz nicht verboten, aber der Spieler ist ungeschützt: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Einziehung in Strafverfahren gegen den Anbieter.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Schachturnier in der Gespa-Liste steht?
Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten wird auf der Website der Gespa veröffentlicht. Die letzte hier zugrunde gelegte Fassung datiert vom 10.09.2026. Ist ein Turnier nicht gelistet, kann es nicht Gegenstand einer zugelassenen Wette bei Swisslos oder Loterie Romande sein. Die Liste enthält auch die zulässigen Wettarten – etwa 1X2, Handicap oder Over/Under Wettspiele – und schränkt Rangwetten auf solche ein, die über internationale Teilnahme oder das Podium entscheiden.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten so wichtig?
Beim Schach liegt die Remisquote auf Meisterebene bei etwa 43 %. Das heisst: Mehr als vier von zehn Partien enden unentschieden. Quoten auf Remis liegen deshalb fast immer über 3.00, oft bei 4.00 bis 6.00. Wer auf Sieg wettet, akzeptiert, dass ein Drittel der Ausgänge ein Verlust ist, der im Fussball so nicht existiert. Die Marge verteilt sich auf alle drei Ausgänge – und beim Remis sitzt sie auf einer Quote, die ohnehin schon hoch ist.
Wie berechnet sich der Gewinn, und was ist die Marge?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote. Bei Quote 2.50 und Einsatz CHF 20 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 50, der Nettoerlös CHF 30. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter im Durchschnitt behält: Bei einer Drei-Wege-Werte mit Quoten 1.90/1.90/1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Bei Livewetten und Kombiwetten steigt die effektive Marge, weil sich Quoten verschieben oder multiplizieren.
Welche Verlustlimiten gelten, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Sporttip und Jouez Sport setzen Spielende eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Spielsperren sind produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein. Wer gesperrt ist, kann nicht spielen – und wer als Minderjähriger oder Ausgeschlossener spielt, hat keinen Anspruch auf Gewinn.
Was fehlt bei ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung?
Der Schutz des Schweizer Rechtssystems: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg im Streitfall, keine Schweizer Aufsicht über faire Quoten oder faire Auszahlung. Die Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar – Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Die Domain kann jederzeit auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, und Domain-Hopping macht den Zugang unberechenbar. Die Spielerin bezahlt denselben Einsatz, riskiert aber den Totalverlust ohne jede Möglichkeit der Rückforderung.
Sportarten – tippsheutech
Inhalt erstellt vom Team «tippsheutech»
