Heinz-Wette 2026: Anbieter, Regeln und Kosten im Schweizer Vergleich

Sechs Fussbälle liegen in zwei Reihen auf einem Rasen, das flache Abendlicht zieht lange Schatten über das Gras.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Swisslos) und das Reglement von Jouez Sport (Loterie Romande).

Die 57 Einzelwetten einer Heinz-Wette setzen sich aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette zusammen.

Wer in der Schweiz eine Heinz-Wette platzieren will, hat genau zwei rechtlich eröffnete Wege. Die beiden Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung, Swisslos über das Produkt Sporttip und die Loterie Romande über Jouez Sport, decken das ganze Land ab – jeder in seinem Vertragsgebiet. Alles andere spielt sich ausserhalb des Geldspielgesetzes ab und trägt für Schweizer Spielerinnen und Spieler andere Bedingungen. Hier erfahren Sie, wie eine Heinz-Wette aufgebaut ist, was sie kostet, welche Anbieter sie führen dürfen und wo der Spielerschutz ansetzt – und was passiert, wenn jemand stattdessen bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung landet.

Verlustlimiten und Spielerschutz bei Systemwetten

Eine Heinz-Wette bündelt 57 Einzelwetten auf sechs Auswahlen. Wer pro Linie CHF 1 setzt, gibt bereits CHF 57 aus, und die meisten Wettenden bewegen sich mit höheren Einsätzen pro Linie schnell in einen Bereich, in dem ein einziger Wettschein den Gesamtumsatz eines Tages überschreiten kann. Genau hier setzt das Schweizer Schutzsystem an, lange bevor das Spiel beginnt.

Ein Brunnen auf einem Dorfplatz mit Kopfsteinpflaster, im Hintergrund eine Kirche mit Zwiebelturm und Berge.
(Informationen zu den Wettlimits bei Sporttip finden Sie im Abschnitt über Anbietervergleiche.)

Verlust- und Einzahlungslimiten bei Sporttip

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip verlangt Swisslos die Festlegung von Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt für volljährige Spielende bei CHF 9’999; für Personen unter 21 Jahren gilt eine eigene Limite von CHF 1’000. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die Bedenkzeit ist Teil des Schutzes, nicht ein technisches Detail. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen, also eine Bremse, die nicht am Verlust, sondern am Zufluss ansetzt.

Die Konsequenz für eine Heinz-Wette ist greifbar. Bei einem Einsatz von CHF 10 pro Linie kostet ein Schein CHF 570. Wer drei solcher Wetten am Tag platziert, hat bereits CHF 1’710 an Verlustlimite verbraucht – das Tageslimit von CHF 1’000 wäre damit überschritten, bevor der dritte Schein überhaupt angenommen wird. Die Limite ist nicht verhandelbar, sie ist Teil der Spielregeln.

Selbstsperre und Sperrregister

Swisslos erlaubt eine produktbezogene Sperre von 1 bis 180 Tagen, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt zugleich für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Wer im Register steht, kann bei keiner der beiden Veranstalterinnen mehr spielen; der Zugang wird technisch unterbunden, nicht nur erschwert.

Die Loterie Romande führt ein paralleles System mit dem gleichen Schutzgedanken, in den sechs Westschweizer Kantonen. Beide Register sind verbunden – eine Spielsperre, die bei einer Veranstalterin ausgesprochen wird, gilt über das Netz der Geldspielaufsicht hinweg. Für einen Spieler, der mit dem Gedanken spielt, sich den Zugang zu entziehen, ist der Weg über die Sperre der direkteste; er kostet keine Beratung und keine Überredung.

Warum der Spielerschutz bei Systemwetten besonders greift

Systemwetten sind im Aufbau des Gesamteinsatzes keine Sonderkategorie – sie kosten schlicht, was sie kosten, und der Schutzmechanismus rechnet genau diesen Betrag gegen die persönliche Limite. Ein Spieler, der mit mehreren Systemwetten parallel spielt, sieht im Wettschein die Summe, die er in einer Sitzung riskiert; die Limite zeigt ihm, wie viel davon die Tagesobergrenze darstellt. Das System nimmt dem Spieler die Disziplin nicht ab, es zwingt ihm aber eine sichtbare Zahl auf, bevor er den Schein abgibt.

Heinz-Wette und verwandte Wettmärkte

Was eine Heinz-Wette ist

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen. Sie besteht aus 57 einzelnen Wetten: 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf die sechs Auswahlen sind im Heinz nicht enthalten – das unterscheidet ihn von einer vollständigen «Lucky 63», die zusätzlich die sechs Singles zubedeckt. Der Name «Heinz» geht auf die 57 Mehrfachwetten zurück, in Anlehnung an den Werbeslogan «57 varieties» des Lebensmittelherstellers H. J. Heinz.

Der Wettschein verlangt also sechs Vorhersagen auf unterschiedliche Ereignisse. Pro Linie wird ein fester Einsatz gesetzt; der Gesamteinsatz ergibt sich aus 57 Linien mal diesem Einsatz. Eine korrekte Auswahl allein bringt keinen Ertrag – mindestens zwei Auswahlen müssen richtig sein, damit irgendeine der 57 Wetten ausgezahlt wird. Die Sechsfachwette am Ende des Stapels gewinnt nur, wenn alle sechs Auswahlen eintreffen.

Super Heinz und Goliath

Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen und enthält 120 einzelne Wetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und 1 Siebenfachwette. Der Goliath geht noch einen Schritt weiter und arbeitet mit acht Auswahlen; er enthält 247 Wetten. Alle drei gehören zur Familie der Full-Cover-Wetten, also Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachkombinationen über eine feste Auswahlanzahl abdecken. Der Unterschied zwischen ihnen ist die Zahl der Auswahlen und damit die Zahl der Linien, der Gesamteinsatz und die Struktur des Auszahlungsprofils.

Wie sich Doppel, Dreier, Vierer, Fünfer und Sechser zusammensetzen

Die Mathematik der 57 Linien folgt einer einfachen Regel: die Zahl der Kombinationen einer bestimmten Tiefe entspricht der Anzahl der Möglichkeiten, k Auswahlen aus den sechs des Heinz auszuwählen – das ist der Binomialkoeffizient «6 über k». Für k = 2 ergibt das 15 Doppel, für k = 3 ergibt das 20 Dreier, für k = 4 sind es 15 Vierer, für k = 5 sind es 6 Fünfer, und für k = 6 bleibt genau eine Sechsfachwette übrig. Die Summe ist 57.

Diese Aufteilung hat zwei praktische Konsequenzen. Erstens: die meisten Linien eines Heinz sind Doppel und Dreier – die unteren Stufen, die am leichtesten zu treffen sind. Das ist der Grund, warum ein Heinz schon mit mittelmässiger Trefferquote überhaupt etwas abwirft. Zweitens: die eine Sechsfachwette, die am oberen Ende sitzt, hat nur dann einen Ertrag, wenn alle sechs Auswahlen richtig sind – sie ist das, was den grossen Gewinn bringt, wenn er kommt.

Welche Märkte in einer Heinz-Wette kombiniert werden können

Eine Heinz-Wette verlangt sechs voneinander unabhängige Vorhersagen. Was am Wettschein markiert wird, ist dem Wettenden überlassen – Fussball, Eishockey, Tennis oder eine Mischung, solange jedes Ereignis zur zugelassenen Auswahl des Veranstalters gehört. Was nicht kombiniert werden darf, sind voneinander abhängige Wettereignisse desselben Spiels. Bei Sporttip werden solche Märkte nur über die Bet-Builder-Funktion zusammengeführt; nimmt Swisslos irrtümlich eine Kombination ohne diese Funktion an, kann sie den Schein komplett für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Spielraum ist also breit, aber nicht beliebig.

Für eine Heinz-Wette heisst das: nur Ereignisse aus verschiedenen Spielen oder verschiedenen Wettbewerben. Wer auf ein einziges Spiel sechs Wetten setzen will, ist mit dem Bet-Builder besser bedient. Wer sechs voneinander unabhängige Spiele auswählt und kombiniert, ist im Kerngeschäft des Heinz.

Wann die Heinz-Wette etwas auszahlt

Die Mindestschwelle für eine Auszahlung liegt bei zwei korrekten Auswahlen. Dann nämlich gewinnt mindestens eine der 15 Doppelwetten. Bei drei korrekten Auswahlen gewinnen die Doppel, in denen diese drei als Paar auftreten, plus die eine Dreierwette, die genau diese drei enthält. Bei vier korrekten Auswahlen kommen die entsprechenden Vierfachwetten hinzu, und so weiter. Eine einzige richtige Auswahl – ein «Single» – ist nicht Teil des Heinz, also wird auch nichts ausgezahlt.

Die Trefferquote ist dabei nicht symmetrisch. Wer fünf von sechs richtig hat, verliert nur die Sechsfachwette; alle anderen 56 Linien, die diese fünf Auswahlen enthalten, zahlen aus. Wer vier richtig hat, lässt die Fünfer und den Sechser fallen, behält aber 50 der 57 Linien. Die Heinz-Wette ist also robust gegen einen einzelnen Fehler – sie kostet, sie verliert, aber sie löscht nicht den ganzen Einsatz, sobald ein Tip daneben liegt.

Anbietervergleich: Heinz-Wette in der Schweiz

Die zwei Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung

In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalterinnen Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide führen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt. Die Aufsicht gilt nur für das Inland – eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Wirkung.

Die Veranstalterinnen teilen das Land untereinander auf. Swisslos betreut die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer online spielen will, braucht Wohnsitz im Vertragsgebiet der Veranstalterin, bei der das Konto läuft. Ein Zürcher kann sich nicht bei Jouez Sport registrieren, ein Waadtländer nicht bei Sporttip.

Einordnung der Anbieter

Anbieter Bewilligung Veranstalterin und Produkt
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Bewilligung (BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Pribet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Rabona ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
GG.Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, in der Schweiz nicht zugelassen

Diese Tabelle trennt zwei sehr unterschiedliche Welten. Die ersten beiden Zeilen stehen für das, was in der Schweiz legal angeboten wird – mit allen Pflichten gegenüber Gespa, Spielerschutz und Steuerrecht. Die übrigen Zeilen stehen für ausländische Marken, die zwar online erreichbar sind, aber keine Schweizer Bewilligung haben. Die Werbung für solche Angebote ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS), und ihre Domains landen typischerweise auf der Gespa-Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Für Schweizer Spielerinnen und Spieler heisst das: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsweg im Streitfall, kantonale Steuerpraxis bei Gewinnen.

Einsatzgrenzen für Systemwetten

Die Einsatzgrenzen sind in den Spielregeln der beiden Veranstalterinnen klar definiert. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples ebenfalls CHF 2); der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Swisslos kann die eigenen Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Für eine Heinz-Wette sind das die relevanten Grössen. Bei Sporttip darf der Gesamteinsatz – 57 Linien mal Pro-Linie-Einsatz – höchstens CHF 10’000 betragen, was bei einem Pro-Linie-Einsatz von etwa CHF 175 ausgereizt wäre. Bei Jouez Sport liegt die Grenze mit CHF 7’500 niedriger und der Mindesteinsatz pro Linie mit CHF 2 höher, sodass bereits ein Pro-Linie-Einsatz von CHF 132 das Gesamtlimit berührt. Wer mit kleineren Einsätzen spielt, wird von diesen Obergrenzen praktisch nicht berührt; wer mit grossen Einsätzen spielt, läuft bei beiden Veranstalterinnen in die jeweilige Limite.

Höchstgewinne und Quotengrenzen

Bei Sporttip gibt der Gewinnbetrag sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet – eine Schweizer Eigenheit, die im Auszahlungsbetrag sichtbar wird. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss bei Jouez Sport mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Eine Heinz-Wette fällt bei Sporttip unter die Systemwetten-Limite, bei Jouez Sport unter die Multiple-Obergrenze. Konkret heisst das: ist die Gesamtquote einer Mehrfachwette bei Jouez Sport höher als 100’000, nimmt die Veranstalterin den Schein nicht an. Die Quote 100’000 ist astronomisch und in der Praxis nur durch Kombinationen mit sehr langen Quoten erreichbar, aber sie steht in den Regeln.

Was eine Heinz-Wette rechnerisch kostet

Ein Beispiel mit drei Quoten und CHF 1 pro Linie

Nehmen wir sechs Auswahlen mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 – wobei für die übrigen drei Auswahlen Annahmen getroffen werden, die im Folgenden durchgerechnet werden. Wir wählen die Quoten so, dass sich unterschiedliche Trefferwahrscheinlichkeiten abbilden lassen. Sechs Auswahlen mit den angenommenen Quoten 1.50, 1.80, 2.00, 2.20, 2.50, 3.00. Die einzelnen Mehrfachwetten entstehen durch Kombination, ihre Quoten multiplizieren sich entsprechend.

Bei einem Pro-Linie-Einsatz von CHF 1 beträgt der Gesamteinsatz 57 × 1 = 57 CHF. Die Gesamtquote – das Produkt aller sechs Einzelquoten – ist 1.50 × 1.80 × 2.00 × 2.20 × 2.50 × 3.00 = 35.64. Die eine Sechsfachwette, die das gesamte Produkt trägt, würde bei einem CHF 1 Einsatz exakt 35.64 CHF auszahlen. Wird der Einsatz von einer CHF auf zehn CHF pro Linie erhöht, kosten die 57 Linien bereits 570 CHF, und die Sechsfachwette zahlt 356.40 CHF – vor Abzug der Limite.

Die Bandbreite ist breit. Eine Wette, die nur die Doppel und Dreier trifft, kommt auf einen Bruchteil des Maximalgewinns, je nachdem welche Auswahlen richtig liegen. Wer vier von sechs Auswahlen richtig hat, verliert die beiden Fünfer und den Sechser, behält aber alle Doppel, Dreier und Vierer, die diese vier enthalten – das ist der grösste Teil der 57 Linien, weshalb der Heinz gegen einen einzelnen Fehler relativ robust ist.

Wie sich der Gewinn zusammensetzt

Eine wichtige Eigenschaft des Heinz: die Auszahlung ist nicht linear. Die eine Sechsfachwette, die 35.64 CHF bei einem CHF 1 Einsatz auszahlt, ist nur ein Teil des Gesamtgewinns, wenn alle sechs Auswahlen richtig sind. Hinzu kommen die 6 Fünfer, 15 Vierer, 20 Dreier und 15 Doppel, deren Quoten jeweils niedriger liegen. Im Idealfall, alle sechs korrekt, zahlt der Heinz die Summe aller 57 Einzelgewinne. Bei einem Pro-Linie-Einsatz von CHF 1 entspricht das einem Bruttogewinn, der die Gesamtquote der Sechsfachwette deutlich überschreitet, weil die Mehrfachwetten niedrigerer Stufen niedrigere Quoten, aber mehrfach vorhanden sind.

Wer auf das volle Auszahlungsprofil abzielt, braucht alle sechs Auswahlen richtig – das ist die einzige Konfiguration, in der die 35.64 CHF nur einen Bruchteil der Gesamtauszahlung ausmachen. Wer einen Treffer verliert, verliert den Sechser und möglicherweise die Fünfer, je nachdem welche Auswahl falsch ist.

Was passiert, wenn einzelne Auswahlen fehlen

Fünf korrekte Auswahlen: die Sechsfachwette fällt weg, die sechs Fünfer zahlen – vorausgesetzt, die Kombinationen existieren. Bei sechs Auswahlen gibt es 6 mögliche Fünfer; jeder Fünfer, der die fünf richtigen Auswahlen enthält, zahlt. Vier korrekte Auswahlen: die Sechsfach- und die Fünferwetten fallen weg, die Vierer zahlen, soweit sie die vier richtigen Auswahlen enthalten. Drei korrekte Auswahlen: nur die Dreier, die genau diese drei enthalten, plus die Doppel, die aus diesen drei gebildet werden können. Zwei korrekte Auswahlen: nur die Doppel, die dieses Paar enthalten. Eine korrekte Auswahl: nichts.

Die Struktur ist so aufgebaut, dass die ersten 15 Doppel die wahrscheinlichste Auszahlung darstellen. Wer mit niedrigen Quoten spielt, etwa alle Auswahlen um die 1.50, hat statistisch eine hohe Wahrscheinlichkeit, mehrere Auswahlen richtig zu haben – und damit eine Auszahlung, auch wenn sie niedrig ausfällt. Wer mit hohen Quoten spielt, etwa alle Auswahlen um die 3.00, hat statistisch weniger Treffer, dafür höhere Einzelgewinne.

Heinz-Wette im Detail: Aufbau, Rechenweg, Auszahlung

Die 57 Linien im Überblick

Die Struktur der 57 Linien lässt sich in einer Tabelle zusammenfassen:

Mehrfachwette Anzahl Linien Quote (Beispiel)
Doppelwetten 15 1.50 × 1.80 = 2.70
Dreierwetten 20 1.50 × 1.80 × 2.00 = 5.40
Vierfachwetten 15 1.50 × 1.80 × 2.00 × 2.20 = 11.88
Fünffachwetten 6 1.50 × 1.80 × 2.00 × 2.20 × 2.50 = 29.70
Sechsfachwette 1 1.50 × 1.80 × 2.00 × 2.20 × 2.50 × 3.00 = 35.64

Die Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die Quoten der einzelnen Mehrfachstufen verhalten. In der Praxis haben die 15 Doppelwetten jeweils unterschiedliche Quoten, je nachdem welche beiden der sechs Auswahlen kombiniert werden. Doppel aus 1.50 und 3.00 zahlen 4.50, Doppel aus 2.00 und 2.20 zahlen 4.40, und so weiter. Die Tabelle zeigt eine vereinfachte Mittelwertsquote pro Stufe, nicht die einzelne Linie.

Der Gesamteinsatz

Bei einem Pro-Linie-Einsatz von CHF 1 ergibt sich der Gesamteinsatz direkt aus 57 × 1 = 57 CHF. Bei einem Pro-Linie-Einsatz von CHF 2 sind es 114 CHF, bei CHF 5 sind es 285 CHF, und bei CHF 10 sind es 570 CHF. Die Progression ist linear – wer den Pro-Linie-Einsatz verdoppelt, verdoppelt auch den Gesamteinsatz. Ein Spieler, der mit einer Heinz-Wette spielt, sollte sich also über den Pro-Linie-Einsatz im Klaren sein, denn der entscheidet darüber, was ein Schein tatsächlich kostet.

Die Sporttip-Limite für Systemwetten liegt bei CHF 10’000 Gesamteinsatz; das ist bei einem Pro-Linie-Einsatz von etwa CHF 175 erreicht. Die Jouez-Sport-Limite für Multiples liegt bei CHF 7’500, das entspricht bei einem Pro-Linie-Einsatz von etwa CHF 132 dem Maximum. Wer mit kleineren Einsätzen spielt, ist von beiden Limiten weit entfernt; wer hohe Einsätze plant, sollte die jeweilige Limite im Auge behalten.

Trefferbilder und Auszahlungsbilder

Die Auszahlung hängt davon ab, welche Auswahlen richtig sind. Ein einzelner Treffer bringt nichts – das ist die grosse Schwäche des Heinz gegenüber einer Super-Heinz- oder Lucky-63-Variante, die auch die Einzelwetten enthält. Wer sechs Auswahlen mit ähnlichen Quoten hat und einen Treffer landet, hat im Heinz null Gewinn; in einer Lucky 63 hätte der Treffer als Einzelwette ausbezahlt.

Der Vorteil des Heinz liegt in der breiten Streuung. Wer eine Quote um 1.50, 1.80 oder 2.00 auf mehreren Feldern hat, wird statistisch einige davon richtig tippen – und sobald zwei Auswahlen richtig sind, beginnt die Auszahlung. Diese Robustheit gegen teilweise Treffer ist der Grund, warum der Heinz trotz seines hohen Gesamteinsatzes eine beliebte Wettform ist.

Rechtliche Grundlagen: Heinz-Wette in der Schweiz

Das Geldspielgesetz und die zwei Veranstalterinnen

Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Es definiert Sportwetten als Grossspiel (Art. 3 lit. c und e) und unterstellt sie der Bewilligungspflicht. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel sind nötig (Art. 21-25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Andere Anbieter – ob inländisch oder ausländisch – können in der Schweiz keine Bewilligung erhalten.

Ein Bleistift und ein Radiergummi liegen auf einem kleinen Stapel Notizzettel, gelbes Licht einer Schreibtischlampe.
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht.

Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat, das die Aufsicht trägt, ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Gespa überwacht die beiden Veranstalterinnen, prüft die Spielregeln, führt Testkäufe durch und führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die in der Schweiz via DNS blockiert werden.

Vertragsgebiete und Online-Zugang

Wer online bei Sporttip oder Jouez Sport spielen will, braucht einen Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin und das 18. Altersjahr vollendet. Die Online-Registrierung verlangt einen Identitätsnachweis; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine Person darf sich nur einmal registrieren, eine Doppelerfassung ist technisch nicht möglich. Wer unter 18 ist, hat keinen Zugang; wer im Sperrregister steht, hat ebenfalls keinen Zugang.

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Werbung und Boni

Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Die konkreten Bonusbedingungen kommen aus den Spielregeln der Veranstalterinnen, nicht aus einem allgemeinen Markt.

Bei Sporttip ist der Kombiboost auf den Nettogewinn das auffälligste Bonuselement: er gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, jeweils auf den Nettogewinn – Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts und Profitboosts sind ebenfalls verfügbar, gelten aber nur online, sind pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Bei einem Cash-Out, der vorzeitig ausgezahlt wird, fällt der Boost also weg – ein Detail, das in der Werbung selten erwähnt wird.

Besteuerung von Gewinnen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; oberhalb der Schwelle wird die Verrechnungssteuer von 35 % durch die Veranstalterin abgezogen und kann über die Steuererklärung zurückgefordert werden. Die Bundesschwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; die kantonale Schwelle unterscheidet sich, sodass die Faustregel «je nach Kanton» gilt. Für typische Heinz-Gewinne – im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich – ist die Schwelle in der Regel nicht erreicht, sodass keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer anfällt. Gewinne aus ausländischen Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis besteuert; der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen.

Ausländische Anbieter und Sperrliste

Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft; aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Spielerkontrolle und keinen Anschluss an das Ausschlussregister.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS). Die Liste wurde am 3. September 2019 erstmals veröffentlicht und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – ein Phänomen, das die Gespa als «Domain-Hopping» bezeichnet und für das sie bekannte Beispiele wie Interwetten und Bet-at-Home nennt.

Heinz-Wette: was die Anbieter im Vergleich leisten

Swisslos Sporttip

Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Produktnamen Sporttip. Verbreitungsgebiet sind die Deutschschweizer Kantone, der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Für eine Heinz-Wette bei Sporttip gilt die Systemwetten-Obergrenze von CHF 10’000; ein Schein mit 57 Linien ist bis zu einem Pro-Linie-Einsatz von etwa CHF 175 möglich. Der Kombiboost ist online verfügbar und gilt auch für Systemwetten, sofern mindestens vier Voraussagen mit Quote 1.50 oder höher getippt werden.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende. Für eine Heinz-Wette bei Jouez Sport gilt die Multiple-Obergrenze von CHF 7’500; bei einem Pro-Linie-Einsatz von CHF 2 liegt die Mindest-Gesamtauszahlung bei 114 CHF, das Maximum ist bei einem Pro-Linie-Einsatz von etwa CHF 132 erreicht. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Rainbet, BassBet, Pribet, Rabona, GG.Bet, BetLabel, Bettilt, N1 Bet

Diese acht Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Wirkung; die Anbieter sind nicht an die Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg im Konfliktfall. Für Schweizer Spielerinnen und Spieler heisst das: kein Verbraucherschutz nach BGS, keine Spielsperre, die bei der Gespa greift, keine kantonale Aufsicht. Die Werbung für solche Angebote ist in der Schweiz verboten, die Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer dort spielt, tut das ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens – mit allen Konsequenzen, die das für Gewinne, Verluste und Konflikte hat.

Häufige Fragen zur Heinz-Wette

Wie funktioniert eine Heinz-Wette?

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Pro Linie wird ein fester Einsatz gesetzt; der Gesamteinsatz entspricht 57 mal diesem Einsatz. Eine Auszahlung gibt es nur, wenn mindestens zwei der sechs Auswahlen richtig getippt sind – die niedrigste Mehrfachstufe, die dann gewinnt, ist eines der 15 Doppel.

Aus wie vielen Einzelwetten besteht eine Heinz-Wette, und was ist der Unterschied zur Super-Heinz-Wette?

Eine Heinz-Wette besteht aus 57 Einzelwetten. Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen und enthält 120 Einzelwetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebener. Der Heinz arbeitet mit sechs, der Super Heinz mit sieben Auswahlen – beide sind Full-Cover-Wetten, die alle Mehrfachkombinationen abdecken.

Wie hoch fällt der Gesamteinsatz bei einer Heinz-Wette aus, wenn pro Einzelwette ein fester Betrag gilt?

Der Gesamteinsatz entspricht 57 mal dem Pro-Linie-Einsatz. Bei CHF 1 pro Linie sind es 57 CHF, bei CHF 5 pro Linie 285 CHF, bei CHF 10 pro Linie 570 CHF. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz für eine Systemwette auf CHF 10’000 begrenzt, bei Jouez Sport auf CHF 7’500 für Multiples insgesamt – wer die Limite ausreizen will, plant den Pro-Linie-Einsatz entsprechend.

Wie viele Auswahlen müssen mindestens richtig sein, damit eine Heinz-Wette etwas auszahlt?

Mindestens zwei Auswahlen müssen richtig sein, damit eine der 15 Doppelwetten gewinnt. Eine einzelne richtige Auswahl genügt nicht, weil im Heinz keine Einzelwetten auf die Auswahlen enthalten sind. Drei korrekte Auswahlen lösen zusätzlich die entsprechende Dreierwette aus, vier korrekte die Vierer, und so weiter.

Welche Einsatzgrenzen gelten bei Systemwetten von Sporttip?

Bei Sporttip gelten die Limits gemäss dem Abschnitt «Einsatzgrenzen für Systemwetten». Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Welche Anbieter in der Schweiz dürfen Systemwetten wie die Heinz-Wette anbieten, und wer kontrolliert diese?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten. Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) im Rahmen des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) und des Geldspielkonkordats. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung; Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind nicht zugelassen und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen.

Inhalt erstellt vom Team «tippsheutech»